Start mit Eichhörnchen

Es ist Ende Mai, im Blog soll endlich der erste Beitrag erscheinen – aber dann plötzlich sind erstmal die -> Eichhörnchen dran. 

Suchbild mangels greifbarem Teleobjektiv: Das rotbraune Knäuel oberhalb der Schubkarre ist ein Eichhörnchen, das eine Vogelfutterstelle plündert.

Wir haben in diesem Frühjahr zum ersten Mal die Vögel in unserem Stadtgarten auch während der Brutperiode gefüttert und nicht nur – wie früher – im Winter.

Ein voller Erfolg bei -> Meisen, -> Rotkehlchen, -> Sperlingen, Buchfinken, ein paar unbekannten Winzlingen (andere Finken?), -> Amseln und zwei -> Türkentauben auf Durchreise.

Aber dann kamen, wie erwähnt, die -> Eichhörnchen. Mit bewundernswerter Akrobatik schafften sie es, von der nebenan geparkten -> Schubkarre aus mit einer Zwischenstation in Form eines meterhohen Essigbaum-Sprößlings im Sprung den Eisenstab zu erobern, am dem die Meisenknödel und der Behälter mit den gehackten Sonnenblumenkernen hängen. Ein paar groteske Turnübungen später, und schon waren die Meisenknödel en gros geplündert.

Merke: Die Eichhörnchen-Knödel, die es in manchen -> Gartencentern gibt, sind wahrscheinlich nur ungewidmete Vogelfutterknödel. Kostet ja nix, der Kunde kauft. Siehe dazu auch -> Eichhörnchen-Futter.

Jedenfalls half da auch kein noch so großes Gezeter der Vogelwelt ringsum, kein hektisches Winken und Scheuchen der -> Schwiegermutter aus dem Badfenster heraus und kein In-den-Garten-Stürmen von Frosch oder Gartenfee zwecks Eichhorn-Vertreibung. Noch weniger bewirkte das Wegfahren des Startpunkts in Gestalt der ->Schubkarre. Die Kletterkünstler schafften den Eisenmast danach auch direkt von unten. Die Vogelfutterstelle war fortan fest in der Hand von putzigen, aber unverfrorenen Vierfüßern, wann immer es Ihnen beliebte. Und das war oft. Die -> Meisen waren sauer.

Lösung:

Ein Futterhaus für Eichhörnchen musste her, bewusst in reichlicher Entfernung von der Vogelfutterstelle platziert – an einem alten -> Holunderbaum. Frosch wurde per ->Wir brauchen unbedingt -Order in Marsch gesetzt, beim wohlbekannten „Es gibt sie noch, die guten Dinge“-Anbieter eine professionelle Futterstation für die örtliche Eichhorn-Population zu erwerben. Knapp 30 Euro, hübsch, stabil, aber beim näheren Hinsehen aber nicht mal mit Lüftungslöchern für den Futterinhalt ausgerüstet, damit selbiger nicht schimmelt.

Gut, dergleichen ließ sich per Bohrmaschine nachrüsten. Danach wurde das Haus umständlich mit einem Band an den Baum gebunden, und wir begannen zu warten. Keine drei Tage später hatten mindestens zwei rotfellige Träger buschiger Schwänze die Futterquelle entdeckt und herausgefunden, wie man den Deckel öffnet. Es begann eine lustige Zeit regelmäßiger Besuche und possierlicher Nageaktionen.

Futterquelle entdeckt. Wieder keine Kamera mit Tele bereit, deshalb Mobiltelefon-Foto.

Aber dann kam der Regen.

Er fing an, als ein Eichhörnchen gerade eingehend den inzwischen arg reduzierten Futterbestand inspizierte.

Pfui, Regen ist nass, was macht man da als Eichhorn?

Ganz einfach: Komplett ins Futterhaus steigen und dort stundenlang weiterplündern, hin und wieder die Nase rausstecken, und – weil es doch draußen immer noch gar zu gräulich von oben nässt – gleich auch ins Häuschen aufs Restfutter und den wachsenden Berg der Restschalen pieseln.

Letzteres fanden wir heraus, als wir uns fragten, warum die Futterstation in den folgenden Tagen plötzlich vollumfänglich ignoriert wurde. Igitt. Angeblich steigen nur sehr wenige Eichhörnchen jemals komplett in Futterhäuser, weil sie gewöhnlich sehr auf ihre Sicherheit bedacht sind. Leider haust eins von den Ausnahme-Eichhörnchen in unserer Gegend. 

OK, Haus abgenommen und entsorgt.

Inzwischen hatten wir auch herausgefunden, dass unser Modell ohnehin einen prinzipiellen Konstruktionsfehler aufwies. Die vordere Plexiglasscheibe zum Futter hin war so hoch, dass sie oben bis zum Klappdach reichte. Das bedeutet: Wenn ein Eichhörnchen unten nachschaut, was drin ist, und ein zweites auf den Deckel hüpft, wird das erste guillotiniert. Mehrere Webseiten im Netz weisen auf diese Gefahr hin – und aus unseren Beobachtungen während der ersten Tage der Entdeckung der neuen Futterstelle durch die europäischen Waldaffen heraus können wir bestätigen, das das beschriebene Szenario nicht nur eine theoretische Gefahr ist: Während das erste lokale Standort-Eichörnchen in unserem Garten noch erkundete, wie es denn an die Futterschätze im Haus herankommen könnte, turnte sein Partner aufgeregt den Holunderstamm herauf und herunter und sprang dabei mehrfach mit „Karacho“ auf das Dach des Futterhauses.   

Das neue Modell kam per Post und hat ab Werk Luftlöcher, eine abgesenkte Frontscheibe mit abgerundeter Holzoberkante, einen von Ingenieuren entwickelten Regenschutz (kein Witz!), eine biologische und selbst für Kinderspielzeug freigegebene Imprägnierung gegen Regen und eine größere Ruhe- und Speiseplattform vornedran – welch ein Eichhorn-Restaurant!

Frosch hat es überdies mit einer Aufhängevorrichtung versehen, die ein leichtes Abnehmen vom Stamm und bequemes Neubefüllen erlaubt.

Die Schrauben und Distanzhalter oben rechts greifen in die Kerben eines Bretts, das mit Bändern fest an einem vorhandenem Baumstamm befestigt ist, So lässt sich die Futterstation jederzeit bequem heraushieven.   

Desweiteren wollen wir den Füllstand ab jetzt so hoch halten, dass neben dem Futter möglichst kein komplettes Hörnchen mehr reinpasst.

Das abgesägte Oberteil von einem handelsüblichen Besenstiel soll verhindern, dass geneigtes Eichhorn komplett ins Futterhaus einsteigt und dies nebenbei als Klo verwendet.  

Als weitere Vorsichtsmaßnahme gegen Piesel-Attacken haben wir in die Mitte des Innenraums das obere, abgerundete Ende eines Holzbesenstiels aus dem -> Baumarkt geschraubt, was den „Ruheraum“ für regenscheue Nussfresser noch weiter beschränkt, das Herausangeln von Futter aber nicht erschwert.

Jetzt warten wir, ob und wann die potenziellen Interessenten zurückkommen werden. Noch geschieht nichts. Die Erinnerung der potenziellen Interessenten an die eklige Pieselei wirkt offenbar nach. Wir werden sehen.

Nachtrag 30.5.2019: Das neue Haus ist angenommen, wird regelmäßig besucht, und der Trick mit dem Holzstab im Innern hat jedenfalls bisher eine erneute vollständige Hausbesetzung verhindert. 

Nachtrag 3.6.2019: Wieder hat sich ein Eichhorn ins Haus gequetscht. Aber es war wohl zu unbequem, um auch zu pieseln. Jetzt halten wie das Huas erstmal randvoll, bis uns eine neue Einstiegshinderung einfällt. 


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