Warum Frosch?

Meine Frau zaubert Gärten. Sie ist eine Gartenfee. Man gebe ihr Pflanzen und ein Stück Erde, und schon wird daraus ein Farbenparadies.

Frosch blickt in den Garten

Sie kümmert sich um den Stadtgarten ihrer Eltern – etwa 600 Quadratmeter, schätze ich, und mittlerweile ein preiswürdiges Rosen- und Stauben-Habitat – und um das 2500 Quadratmeter große verwilderte Wald-, Wiesen- und Buschchaos rund um mein altes Elternhaus, dem sie langsam wieder zivilisierte Zonen abringt, natürlich ohne Vögeln, Molchen und anderem Getier zu viel Lebensraum wegzunehmen. 

Für mich ist die Gärtnerei ein Buch mit sieben Siegeln. Mir wächst das Grünzeug über den Kopf, natürlich nur das falsche, selbst auf einem Haufen gelagerter Erde. Ich weiß nicht, warum Erde hierhin muss und dort nicht sein darf. Pflanzen zurückschneiden? Ein Horror. Warum muss dieses Gestrüpp für den Häcksler verwahrt werden und jenes nicht? Warum muss dieser grüne Stängel noch unter Blättern ruhen, während es ein Riesenfehler ist, jenen nicht sofort und jetzt gleich zu befreien?

„Du stehst da im Garten und starrst ihn an wie ein Frosch!“

Meine Frau weiß, warum sie das sagt. Ich mag nämlich Frösche. Als Kind hatte ich welche im Terrarium, und rund ums Elternhaus inmitten von Wiesen, Gräben und Teichen hüpfte und quakte es gewaltig – Grasfrösche und Erdkröten vor allem, und dann noch die Kollegen in Gestalt der Molche im Wasser und der Salamander unter den Steinen im Wald.

Also trifft mich der Satz mit dem Frosch gewaltig. So ein Frosch kann das nämlich gut, einfach nur dasitzen und stundenlang gucken bis die nächste Fliege kommt. So nutzlos bin ich. Zu Gartenignoranten kommt keine Fliege. dabei würde ich so gern mehr tun.

Wie auch immer. Inzwischen kann ich immerhin leidlich ->harken, ->Brombeergebüsche roden und Giersch ausbuddeln, ->Eichhörnchen und ->Meisen füttern und jedweden Gartenmüll beim lokalen ->Entsorger richtig einsortieren. Und ->Rasenmähen. Vielleicht wird’s ja noch mehr.

In diesem Blog wird es dreierlei geben:

Erstens natürlich Blogbeiträge über aller Ideen und Erlebnisse rund uns Thema Garten.

Zweitens Fotos, und zwar konsequent aus der Froschperspektive. Makrofotos nah an der Erde zu machen ist mit normalen Kameras und selbst mit gängigen Spezialobjektiven nicht gerade einfach. Ein modernes Mobiltelefon mit seiner Minilinse dagegen, die überall sonst den echten Objektiven der Standard-Kameras unterlegen ist, kann das sehr gut. Das Gerät ist klein, seine Linse liegt bei Bodenkontakt ungefähr auf Grasfrosch-Augenhöhe, das Objektiv sorgt für brauchbare Schärfentiefe in der Nähe und den Bildschirm als Sucher kann man auch in der Tiefstperspektive einigermaßen gut sehen.

Und drittens Frosches Gartenlexikon. Die Welt soll endlich die Wahrheit erfahren über all den Unbill und das Chaos, dass hinter Grünzeug, Blütenzeug und Gartengerätschaften jeglicher lauert. Schubkarren, Kletterrosen, Spaten, spanische Gänseblümchen, Schaufeln, Scheren und Regenfässer – all das wurde nämlich tatsächlich vor allem dazu in die Welt gesetzt, den Frosch im Rosengarten und seine Leidensgenossen zur Verzweiflung zu treiben. Und das muss die werte Leserschaft nun wirklich einmal ungefiltert erfahren.